Das Stück behandelt das Thema Inzest. Für dieses heikle Thema hat die Autorin eine durchgängig epische Dramaturgie gewählt: Die erwachsene Agnès erzählt die grausige Geschichte ihrer Jugend ihrem Kollegen Pierre, der sich in sie verliebt hat und sie heiraten will. Der letzte Satz des Stückes ist der Beginn ihrer Erzählung. Aus dieser Perspektive heraus gelingt es Catherine Anne nicht nur, ohne je zu verharmlosen oder gar zu beschönigen doch mit feinem Takt ihre Figuren vor jeglicher effekthascherischen Bloßstellung zu schützen, sondern sie schafft es auch, in die Darstellung der niederschmetternden Erlebnisse ihrer Hauptfigur die Schilderung des schwierigen und mutigen Kampfes um Befreiung und um die Überwindung der belastenden Vergangenheit mit hineinzunehmen. Sodaß ihre Geschichte nicht nur einmal mehr Problembewußtsein schafft, sondern zugleich auch Mut, Kraft und Distanz zur Überlegung geben mag.
<p><p><em>Scène 1 </em>erscheint im Autfrag des Bureau du Théâtre - Institut Français, Berlin, und mit freundlicher Unterstützung der <a href="http://www.afaa.asso.fr">AFAA</a> (Association Française d'Action Artistique - Ministère des Affaires Etrangères) sowie der Kulturabteilung der Ambassade de France en Allemagne.</p></p>
im Buch"NEUE THEATERSTUCKE AUS FRANKREICH", ''Scène 1 ''(Catherine Anne, Xavier Durringer, Joël Jouanneau, Jean-Luc Lagarce, Philippe Minyana).